Kategorie: Schuhe

Fersenformmaschine

Für bendys habe ich vor einiger Zeit eine Fersenformmaschine gebaut.

Die Fersen von Schuhen werden üblicherweise durch eine thermoplastische Kunststoffkappe verstärkt. Dazu wird zunächst aus thermoplastischem Plattenmaterial mit Heißkleberbeschichtung die gewünschte Kontur herausgeschnitten oder ausgestanzt. Anschließend wird die Kunststoffkappe erwärmt und im heißen Zustand in den Schaft eingelegt.

Die Fersenformmaschine presst den Schaft anschließend in die gewünschte Form. Dabei passt sich die erwärmte Kunststoffkappe der Fersenkontur an. Während des Abkühlens erstarrt der Thermoplast, und die Heißkleberbeschichtung geht eine dauerhafte Verbindung mit dem Schaft ein.

Handelsübliche Fersenformmaschine für Großserienproduktionen automatisieren den Prozess des Pressens und sind relativ teuer. Eine einfach mechanische Umsetzung erschien für den Anwendungsfall deutlich passender. Anstelle von teuren Aluminiumleisten habe ich einfach auf bestehende Kunststoffleisten (grün) zurückgegriffen. Das Abkühlen dauert dann zwar länger, Zeit ist aber in der Kleinserienfertigung ausreichend vorhanden.

Die Leisten wurden einfach von unten auf eine Holzplatte geschraubt. Die Verspannung erfolgt über mehrere Kniehebelmechaniken. Die gesamte Mechanik habe ich aus baumarktüblichen Bauteilen gefertigt. Die Bilder oben zeigt den Einsatz von Klavierband, Scharnierbändern, Magnetschnappern, Blechwinkeln und Gewindestangen.

Am aufwendigsten war das Giesen der Anpresskissen aus Silikon. Hierzu habe ich um die Stärke des Schaftmaterials vergrößerte Schäfte auf einem FDM-Drucker gedruckt und diese dann abgegossen. Das Ergebnis sind die hochelastischen und sehr robusten Kissen (schwarz) die sich durch die Kniehebelspanner (mit der roten Griffgummierung) flächig an den Schaft anpressen.

Die Abbildung oben zeigt das Silikonkissen im offenen (links) und im geschlossenen Zustand (rechts). Über die Gewindestange zwischen den beiden Kniehebelspannern lässt sich der Seitliche Anpressdruck sehr fein justieren. Soll der Anpressdruck an der Ferse verändert werden, dann muss der Leisten etwas weiter vorne oder hinten angeschraubt werden.

Der Aufbau auf einer schrägen Fläche wurde gewählt damit die Anlage – auf einem Arbeitstisch stehend – von einer davorstehenden Person gut zu bedienen ist. Die Maschine ermöglicht es, die Fersenkappen bei bendys mit überschaubarem Aufwand und ohne große Investitionen in die gewünschte Form zu bringen.

Budapester Schlappen

Ein erster bendys Entwurf sah vor die Schuhe wie klassische Budapester zu gestalten. Nachdem dieser Weg nicht weiter verfolgt wurde blieb ein Paar zweigeteilte Schäfte übrig. Aus diesen Schäften habe ich Budapester Schlappen gebaut:

Hierzu musste ich nur das Fersenteil entfernen, einen Rahmen aufkleben und aus Plattenmaterial eine Laufsohle aufbauen – Fertig.

Leider wurde sich bei der Leistengestaltung stark an „Bequemschuhen“ orientiert. Die Schuhe wirken daher wie Hausschuhe und der Überraschungseffekt fällt gering aus. Nichts was ich so wirklich tragen würde, aber ein Ansatz, den ich noch nicht gesehen habe.

bendys – bend your shoes!

Seit mehr als 10 Jahren entwickele ich an Schuhen, die man an- und ausziehen kann ohne sich bücken zu müssen. Jetzt ist es endlich soweit: Reinschlüpfen – Klicken – Loslaufen – so schnell ging Schuhe anziehen noch nie.

Es ist nicht nötig sich zu bücken oder hinzuknien. Die Schuhe können ganz leicht im Stehen oder Sitzen an- und ausgezogen werden. Bendys sind nicht nur leicht an und aus zuziehen, sondern auch bequem. Bendys bieten dabei im geschlossenen Zustand optimalen Halt wobei sich das Laufgefühl nicht von dem bisher bekannter Schuhe unterscheidet. Zu kaufen gibt es sie natürlich auch, bei bendyourshoes.com

Entwurfsausarbeitung Sportschuh

Für Designstudio DOOOZ habe ich bei der Entwurfsausarbeitung von Laufschuhen mitgewirkt. Obwohl es nur um die Sohlenentwicklung ging mußte doch immer ein vollständiger Schuh visualisiert werden.

Dies ist exemplarisch einer von vielen Entwürfen, den ich in Form von Liniendarstellungen erhalten habe. Meine Aufgabe bestand darin den Entwurf in Photoshop mit Materialität zu füllen und seine dreidimensionale Wirkung zu visualisieren:

Diese Ausarbeitungen dienen dem Schuhhersteller als Entscheidungshilfe für welchen Entwurf er sich entscheidet.

Im letzten Schritt der Designleistung wird die Sohle dann in CAD aufgebaut. Da die Konstruktion der komplexen Strukturen einer Sportschuhsohle eine Menge Arbeit darstellt, habe ich auch hier etwas mitgearbeitet. Soweit ich mich erinnere stammt die Struktur auf dem äußeren Fersenteil und die Zacken auf der Sohlenaußenseite von mir. Seit kurzem ist der Schuh im Handel und ich finde die Sohle kann sich sehen lassen.

Glick-System

Ein Projekt, das mich seit 7 Jahren treu begleitet, ist soeben online gegangen: Mein Diplomthema am Fachbereich Gestaltung der FH Darmstadt hieß „Schuhwerk“. Das Ergebnis war unter anderem ein patentierter Schließmechanismus namens „Glick-System“, der es ermöglicht Schuhe an- und auszuziehen, ohne sich bücken zu müssen (siehe auch Designpreis NRW 2009). Inzwischen gibt es die Newshoe GmbH, die sich um die Herstellung und den Vertrieb des Systems kümmert. Hier geht es zur Newshoe Webseite: Glick-System

Auszeichnung Designpreis NRW

Ich habe das von mir entwickelte „Glick-System“ zum Designpreis NRW in der Kategorie „Universal Home: Design Concepts“ eingereicht und es wurde ausgezeichnet!

Ob mit dem 1. 2. oder 3. Platz wird erst am 17. September bei der Preisverleihung in Essen bekanntgegeben.

„Universal Home: Design Concepts – Bewertet werden Produkte, Inneneinrichtungen oder Architekturen, die mit Blick auf das ThemaUniversal Home“ eine generationsübergreifende und sensible Gestaltung sowie eine gebrauchsorientierte Produktentwicklung für unterschiedliche Alters- und Lebenssituationen erkennen lassen.“