Kategorie: Holzprodukte

Baufahrzeuge aus Holz

Ich habe bei der Lagerauflösung eines Möbelgeschäfts geholfen und dabei einige Holzplatten mitgenommen, die sonst entsorgt worden wären. Hierbei handelt es sich um einzelne Möbelteile und kleine Plattenformate aus unterschiedlichem, teilweise lackiertem Echtholz. Nichts was man vielfältig einsetzen könnte.

Schließlich habe ich habe ich mich entschlossen ein „20-Stunden-Projekt“ zu starten: Entstehen sollten fünf kleine Holzspielzeuge – Baufahrzeuge aus Holz. Der Bau jedes einzelnen Fahrzeugs sollte von der ersten Idee bis zur Fertigstellung (inklusive Trocknungszeiten des Holzklebers) maximal 4 Stunden in Anspruch nehmen.

Das erste Fahrzeug ist ein Müllwagen. Über das Lenkrad oben auf der Fahrerkabine kann die Vorderradachse gelenkt werden. Die Heckklappe ist schwenkbar. Das Fahrzeug ist 35cm lang, 19cm breit und 23cm hoch.Müllwagen-ZusammenstellungBeim zweiten Baufahrzeug handelt es sich um einen Gabelstapler. Der Gabelstapler kann über einen rückseitig zu bedienenden Hebel seinen Gabelarm anheben. Als Zubehör für den Gabelstapler habe ich in den letzten Minuten der zu Verfügung stehenden 4 Stunden noch schnell eine kleine Europalette zusammengeklebt. Der Gabelstapler ist 44cm lang, 18cm breit und 31cm hoch.

Gabelstapler-ZusammenstellungDas nächste Spielzeug war einen Dampfwalze. Die Walze besteht aus gebogenem Pappelsperrholz. Die eigentliche Bauzeit lag deutlich unter vier Stunden, allerdings musste ich den Prozess mehrfach unterbrechen um das Sperrholz in Wasser einzuweichen, vorzuformen und nach dem Verkleben wieder trocknen zu lassen. Die Dampfwalze ist 29cm lang, 21cm breit und 22cm hoch.
Dampfwalze-Zusammenstellung
In der Reihe der Baufahrzeuge fehlte nun noch ein Bagger. Ähnlich wie bei dem Gabelstapler lässt sich über eine Parallelogramm die Schaufel waagrecht anheben. Der Bagger ist 33cm lang, 17cm breit und 27cm hoch.
Bagger-Zusammenstellung
Als letztes habe ich einen großen Sattelschlepper mit 5 Achsen gebaut. Der Auflieger kann von der Zugmaschine getrennt werden. Der Sattelschlepper ist 60cm lang, 15cm breit und 25cm hoch.
Sattelschlepper-Zusammenstellung

Flix – Ferdinand Kleiderbügel

Ferdinand ist eine Comicreihe für Kinder, die monatlich im Magazin “dein Spiegel” erscheint. Die Geschichten schreibt Ralph Ruthe, die Zeichnungen stammen von Flix. Protagonist der Geschichten ist Ferdinand, ein als Reporter arbeitender Hund:Für den Flix-Shop haben wir jetzt einen FERDINAND-Kinderkleiderbügel entwickelt. Der FERDINAND-Kleiderbügel ist ca. 47cm x 30cm groß und besteht aus 8mm starkem gelb gebeiztem Birkensperrholz. Er eignet sich am besten für Kinderkleidung bis Grösse 146. Die Erstauflage der Kleiderbügel ist limitiert auf 25 Stück.

Murmelbahn

Mir ist eine große Menge an U-förmigen Holzelementen in die Hände gefallen. Jedes hat eine Länge von etwa 21 cm. Der ursprünglich geplante Einsatz dieser Holzelemente ist mir nicht bekannt. Möglicherweise sollten daraus Griffe oder Armlehnen werden. Nicht zuletzt aus Mangel an Alternativen habe ich daraus eine große Murmelbahn gebaut:

Die Murmelbahn hat eine Höhe von 150cm und eine Grundfläche von 33cm x 33cm. Die gebeizten Holzkugeln haben einen Durchmesser von 3cm und legen auf dem Weg nach unten eine Strecke von 7,70m zurück. Über einen kettenbetriebenen Lift können die Kugel beliebig oft wieder nach oben befördert werden.

Beim Herunterrollen machen die bis zu zwanzig Kugeln einen enormen Lärm, der sich erst legt wenn das Förderband stoppt und der Kreislauf endet. Das kugelgelagerte Förderband besteht aus einer langen Fahrradkette, die über zwei Ritzel einer Kettenschaltung geführt wird. Bei der Fahrradkette habe ich in regelmäßigen Abständen die Kettennieten durch M 3,5 Schrauben ersetzt und Holzstiften aufgesteckt. Die Stifte werden durch die Bewegung der Kette von unten an die Kugel herangeführt und befördern diese entlang der einseitigen Führung nach oben.

Die Murmelbahn ist innerhalb der letzten zwei Monate entstanden. Hauptgrund für die lange Bauzeit waren die zwangsläufigen Pausen, die sich aus den Trockenzeiten der zahlreichen Einzelteilverklebungen und dem „Aufbau von unten“ ergaben.

Klangspiel

Ein Grundschulfreund hatte ein Gloggomobil, das mich als Objekt fasziniert hat: Wie bei einer Drehorgel werden Stifte in eine Walze gesteckt; durch Drehen einer Kurbel wird die Walze in Bewegung gesetzt, wobei die Stifte Schlagstäbe aktivieren, die auf einem Xylophon die gesteckte Melodie abspielen.

Die Möglichkeiten damit Stücke nachzuspielen bzw. selbst zu komponieren, empfand ich als eher eingeschränkt:

Die Länge der möglichen Melodie war durch den Walzendurchmesser beschränkt. Die Walze konnte bei einer vollen Umdrehung 32 Töne erzeugen – „Alle meine Entchen“ braucht bereits 37 Töne, wenn die Tonlänge berücksichtigt wird. Da die Stifte nach dem Aktivieren der Schlagstäbe auf der Unterseite des Gloggomobils verschwanden, musste man sich „falsche“ Töne sehr genau merken, um durch Kurbeln den Stift wieder an die Oberseite zu bringen bevor man ihn korrigieren konnte. Die Möglichkeit, durch kurzes „Zurückdrehen“ Passagen immer wieder abspielen zu können, fehlte!

Grund genug, neben dem hohen Preis des Gloggomobils, ein eigenes Klangspiel zu bauen.


Prototyp 1 (Abbildung oben): Um längere Melodien spielen zu können, wurde die Walze durch eine Fahrbahn ersetzt. Die Fahrbahn besteht aus drei baugleichen Elementen und lässt sich beliebig verlängern. Ein vierrädriger Wagen trägt das Xylophon und wird mittels eines Kurbelantriebs über die Bahn gefahren, wobei die in der Bahn positionierten Stifte als Melodie abgespielt werden.


Prototyp 2 (Abbildung oben): Bei diesem Prototyp habe ich versucht das Verpackungsthema gleich mit zu lösen: Eine Kiste mit Gelenk an der kurzen Seite bildet umgedreht eine erhöhte Fahrbahn für den Wagen und kann diesen im geschlossenen Zustand aufnehmen.
Prototyp 2 verfügte bereits über Notenlinien und einen Violinschlüssel. Hierdurch wurde es deutlich einfacher eine Melodie, die z.B. als Noten vorlag, nachzuspiele, indem die Stifte in die entsprechenden Positionen gesteckt wurden.
Da eine Verlängerung der Fahrbahn durch die Erhöhung deutlich aufwendiger war, wurde dieser Aufbau nicht weiter verfolgt. Die Notenlinien und der Violinschlüssel blieben erhalten.


Prototyp 4 (Abbildung oben): Dieser Prototyp kommt dem finalen Produkt bereits sehr nah. Der Fahrwagen ist kompakt gebaut, um möglichst wenig der Fahrbahn zu verdecken wobei die Vorderradachse gleichzeitig die Lagerung der Hebelmechanik bildet (siehe Explosionsdarstellung des Fahrwagens).

Ein wichtiges Detail der Hebelmechanik, die das Rückwärtsfahren zulässt, ist das Langloch (14) und die schräge Fläche (30). Durch das Langloch (14) kann sich die Hebelmechanik bei der Rückwärtsbewegung entlang der schrägen Fläche (30) nach oben bewegen und so dem Stift (5) ausweichen (Abbildungen unten).

Prototyp 6 (Abbildung unten) ist bereits durch proWerk Bethel realisiert worden. Anhand der Fotos ist die bessere handwerkliche Umsetzung zu erkennen. Die Auflagefläche der Schlaghebel besteht aus rotem Klavierfilz und die Grafik auf der Fahrbahn ist im Siebdruck aufgebracht (nicht mehr wie bei den vorangegangenen Prototypen mit Filzstift per Hand aufgemalt)

Prototyp 8 (Abbildungen unten) bildet den aktuellen Serienstand. Die ursprünglich hölzernen Schlagstöcke sind aus Aluminium, da Holz in der Serie nicht verlässlich genug gerade war. Die Kugeln an den Schlagstöcken sind rot gebeizt. Die Notenlinien sind nicht mehr gedruckt, sondern ins Holz gebrannt, was den Kontrast angenehm reduziert. Abschließend bekam die Drehkurbel noch einen gelagerten Griff, was die Bedienung deutlich angenehmer macht. Der Lieferumfang des Klangspiels:

– eine robuste Holzkiste mit Schiebedeckel
– Fahrwagen mit herausnehmbarem Xylophon
– zwei zusätzliche Schläger für das Xylophon
– drei weitere Klangstäbe (Tonarten D-Dur und F-Dur)
– drei Fahrbahnelemente
– Anleitung inkl. Notenlehre und Musikstücken
– ein Beutel mit Stiften
– ein Beutel mit Notenelementen

Die Notenelemente stellen eine zusätzliche Weiterentwicklung gegenüber dem Gloggomobil dar. Zum Lieferumfang gehören aus Hartpappe gestanzte Notenelemente mit verschiedenen Tonwerten (ganze Note, halbe Note, viertel Note, achtel Note), Taktstriche sowie die Vorzeichen (Kreuz und b). Die Notenelemente sind so konzipiert, dass sie sich über die Stifte stecken lassen, ohne den Fahrwagen zu beeinträchtigen. Auf diesem Weg lassen sich Melodien und Akkorde visualisieren, Tonlängen werden sichtbar. Auch eine geänderte Tonart, z.B. aus F wird Fis, lässt sich durch ein Vorzeichen (Kreuz) anzeigen. Taktstriche vervollständigen das Bild.

Ohne ein Musikinstrument zu beherrschen, lässt sich spielerisch das Grundwissen der Notenlehre vermitteln. Ein Musikstück kann nachgespielt, eigene Kompositionen können erschaffen und reproduziert werden. Das Klangspiel bietet einfachen Zugang zur Freude am Musikmachen und Komponieren.
Wem das Kurbeln auf Dauer zu anstrengend oder auch zu langsam wird, der kann die Drehkurbel entnehmen und in die zusätzlichen Bohrungen oberhalb der Vorderräder stecken (siehe Abbildung oben rechts). Nun kann einfach am Griff gezogen werden, wobei die Stange die Schlaghebel am Überschlagen hindert.

Das Klangspiel kann für 395 Euro erworben werden (Anfrage an Max Neumeyer).
Der Vertrieb erfolgt über Manuscriptum.

Recycling Hocker II

Nachdem die Recycling Hocker I doch sehr aufwendig zu produzieren waren habe ich noch vier einfachere Varianten gebaut. Die Hocker bestehen wieder aus defekten Europaletten.

Allerdings nicht aus kleinen Bruchstücken sondern aus größeren Elementen, die beim Zerlegen der Paletten anfallen:
Aus den Holzquadern wurde die Sitzfläche, aus den Quer- und Längslattungen wurden die Beine. An der Außenseite habe ich die verbliebenen Zwischenräume mit Holzspachtel verspachtelt, geschliffen und geölt, während die Innenseite die unbehandelte raue Holzoberfläche aufweist.

Tischkicker-Trainingsgerät

Als Geburtstagsgeschenk ist binnen eines Nachmittags aus einem schrottreifen Kickertisch und etwas Sperrholz ein „Tischkicker-Trainingsgerät“ entstanden. Hier kann der Torschuss perfektioniert werden. Die Spielfläche ist zum Tor hin leicht geneigt, so dass der Ball immer wieder zum Spieler zurückrollt. Um eine gute Standsicherheit im Trainingseinsatz zu gewährleisten ist die Unterseite des Spielgeräts mit einer Anti-Rutsch Beschichtung versehen.